
Dieses Werk ist Teil eines fortlaufenden Zyklus, der sich mit den ambivalenten Zuständen der heutigen Existenz beschäftigt.
Titel Between
Technik: Acryl auf Leinwand
Jahr: 2026
Format: Hochformat 18 × 24 Zoll
Farbraum: Gedämpfter Grund aus dunklem Ultramarin, Schwarz, Beige, Orange und Rot. Die Figur ist aus verschiedenen Beigetönen aufgebaut. Die schwebenden Formen setzen kräftige, kontrastierende und eigenständige Farbakzente, die den Bildraum aktivieren.
Stilistische Einordnung: Symbolische Figuration zwischen poetischem Modernismus und biomorpher Abstraktion. Organische Formen und schwebende Geometrien verbinden Einflüsse von Miró, Cocteau und Paul Klee zu einer eigenständigen zeitgenössischen Bildsprache.
„Between” zeigt eine einzelne Figur, die nicht in zwei Hälften zerfällt, sondern zwei unterschiedliche Weisen des Weltbezugs in sich vereint. Geometrische Körper schweben um sie herum, ohne eindeutig außen oder innen zu sein. Eckige und runde Formen, offene und geschlossene Flächen sowie unterschiedliche Farbräume erzeugen ein Spannungsfeld, in dem Wahrnehmung und Aneignung gleichzeitig stattfinden.
Distanz
Die linke Bildseite ist von klaren Konturen und kantigen Formen geprägt. Das geöffnete Auge richtet sich auf die farbigen Möglichkeiten, ohne sie sich anzueignen. Die schwebenden Körper bleiben Gegenüber. Erkenntnis entsteht durch Distanz, Unterscheidung und bewusste Reflexion. Die Figur wahrt ihre Eigenständigkeit und begegnet der Welt als etwas, das betrachtet und verstanden werden will.
Resonanz
Die rechte Bildseite löst die klare Trennung zwischen Figur und Umgebung auf. Das geschlossene Auge verzichtet auf den kontrollierenden Blick. Die runden Formen scheinen in die Figur einzudringen und Teil ihres Körpers zu werden. Erkenntnis entsteht hier nicht durch Beobachtung, sondern durch Resonanz. Die Welt wird nicht analysiert, sondern verinnerlicht. Veränderung geschieht nicht gegen das Selbst, sondern durch seine Offenheit.
Konklusion
Between beschreibt Identität weder als reine Selbstbehauptung noch als vollständige Hingabe. Beide Haltungen eröffnen einen Zugang zur Wirklichkeit und begrenzen zugleich einen anderen. Das Werk fragt, ob Identität nicht gerade dort entsteht, wo Distanz und Resonanz einander ergänzen. Die Integrität von Ambivalenz liegt nicht in der Entscheidung zwischen beiden Lesarten, sondern in ihrer gleichzeitigen Gültigkeit..
