DETAILANSICHT - Vertrag

Dieses Werk ist Teil eines fortlaufenden Zyklus, der sich mit den ambivalenten Zuständen der heutigen Existenz beschäftigt.

Titel Vertrag

Technik: Acryl auf Leinwand

Jahr: 2026

Format: Hochformat 18 × 24 Zoll

Farbraum: Primärfarben (Rot, Blau, Gelb), ergänzt durch Schwarz und erdige Brauntöne mit goldenen Akzenten

Stilistische Einordnung: Geometrisch-symbolistische Figuration mit konstruktivistischen Elementen und gesellschaftskritischer Bildsprache

„Vertrag“ zeigt einen menschlichen Torso, überzogen von dokumentartigen Flächen und Zeichen. Ein Riss durchzieht den Körper und legt ein Rückgrat frei – als Konflikt zwischen Absicherung und Selbstbestimmung.

Sicherheit durch Bindung
In einer affirmativen Lesart steht das Werk für den Wunsch nach Stabilität und Kalkulierbarkeit. Verpflichtungen schaffen Ordnung, minimieren Risiko und ermöglichen ein ruhiges Leben in Konformität. Die runde, braune, teils golden schimmernde Form erscheint als Belohnung: materieller Ausgleich und Sicherheit für eingegangene Bindungen.

Freiheit als Risiko
Kritisch gelesen werden dieselben Bindungen zu Verstrickungen. Absicherung kippt in Abhängigkeit, Funktionieren ersetzt Lebendigkeit. Der Riss markiert den Impuls zur Befreiung; das sichtbare Rückgrat steht für Haltung, die nötig ist, um Zwänge zu lösen und ein selbstbestimmtes, jedoch riskanteres Leben zu wählen.

Konklusion
Vertrag entscheidet nicht zwischen Sicherheit und Freiheit. Das Werk hält die Spannung zwischen Schutz und Selbstverwirklichung offen – im Sinne der Integrität von Ambivalenz.  

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