
Dieses Werk ist Teil eines fortlaufenden Zyklus, der sich mit den ambivalenten Zuständen der heutigen Existenz beschäftigt.
Titel Scheideweg
Technik: Acryl auf Leinwand
Jahr: 2025
Format: Hochformat (24 × 36 Zoll)
Farbraum: Goldgelber Hintergrund mit kontrastreichen Flächen in Blau, Schwarz, Rot und Grün
Stilistische Einordnung: Geometrisch-symbolistische Figuration mit konstruktiven und surrealen Elementen
„Scheideweg“ zeigt ein geteiltes menschliches Wesen zwischen Ordnung und Zerfall. Die linke Seite steht für Kontrolle und Gestaltung, die rechte für Fragmentierung und den Verlust von Orientierung.
Der Meister seiner Schöpfung
In einer affirmativen Lesart erscheint die menschliche Figur als souveräner Gestalter der künstlichen Welt. Klare Formen und rhythmische Ordnung verweisen auf Technologie, Architektur und abstraktes Denken als Werkzeuge zur Strukturierung und Beherrschung der Realität. Der Mensch setzt sich aktiv mit seiner Umwelt auseinander – und versteht sich zu Recht als gestaltendes Wesen.
Die Eigendynamik der Schöpfung
In einer kritischen Lesart entwickelt jedes System, das der Mensch erschafft, eine eigene Logik, die sich dem ursprünglichen Gestaltungswillen entzieht. Ordnung zerfällt, Identität wird brüchig, Systeme und Informationen überfordern das Individuum. Nicht weil der Mensch versagt, sondern weil Komplexität eine inhärente Eigenschaft von Schöpfung ist — beide Kräfte, Gestaltungswille und Eigendynamik, sind real und unvermeidlich miteinander verbunden.
Konklusion
Scheideweg hält die Spannung zwischen dem Anspruch zu gestalten und der Unbeherrschbarkeit des Geschaffenen offen — als dauerhafte Bedingung menschlicher Schöpfung. Das Werk folgt der Integrität von Ambivalenz
